Leistungsfaktorregelung

Hier ergibt sich ein weiteres gravierendes Problem.

So beträgt z.B. die Kabelstrecke eines Windpark bis zum Umspannwerk 15 km. Ein am selben Umspannwerk einspeisender weiterer Windpark hat nur eine Kabelstrecke von 5 km zu bewältigen.
Elektrisch gesehen handelt es sich bei einer Kabelstrecke um einen großen Kondensator, der maßgeblich den Leistungsfaktor beeinflusst.
Am 110 kV Netzverknüpfungspunkt ist ein konstanter Wert von 0,97 einzuhalten. So gleichen Anlagenbetreiber mit kürzeren Kabelstrecken ggf. Blindleistung der z.B. weiter entfernt liegenden Anlagen aus. Ein Anlagenbetreiber übernimmt also unter Umständen auch in diesem Fall eine Dienstleistung für den anderen, ohne dafür einen finanziellen Ausgleich zu erhalten.

Der Einsatz von EP-Grid setzt dieser Problematik ein Ende. Einerseits steuert das System den Leistungsfaktor, in dem die Masterrechner der Anlagen zur entsprechenden Veränderung ihrer Blindleistungsabgabe aufgefordert werden.

Regelung des Leistungsfaktors (cosphi)


EP-
Grid
verfügt neben den bisher beschriebenen Funktionen noch über eine weitere entscheidende Eigenschaft: die Regelung des Leistungsfaktors (cosphi).

Der Stromversorger verlangt am 110 kV Netzverknüpfungspunkt grundsätzlich variablen oder festen Leistungsfaktor. Etliche Komponenten nehmen Einfluss auf diesen Leistungsfaktor. Dazu gehören neben den Generatoren von z.B. Windkraftanlagen auch die erforderlichen Transformatoren, Kabelanlagen und Umrichter.

Legt man einen Leistungsfaktor von beispielsweise 0,97 zugrunde, so sind nun zunächst alle einspeisenden Anlagen aufgefordert, an ihrem 20 kV Netzverknüpfungspunkt im Umspannwerk einen Leistungsfaktor zu erbringen, der in der Gesamtleistung am 110 kV Netzverknüpfungspunkt dem Wert 0,97 entspricht.